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Oriole

(Oriolus oriolus)


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Basler Zeitung

Dominik Eulberg, waren Sie heute schon draussen in der Natur?

Ich sitze gerade an der Schlussphase für mein neues Album auf Cocoon und habe es mir aber nicht nehmen lassen ein Stündchen durch die Wiesen in der Nähe meines Studios zu streichen um ein paar Vögel zu beobachen. Ein guter Ausgleich.

Mit elektronischer Musik verbindet man ja spontan eher urbane Landschaften. Wie passen ihre Begeisterung für Vögel und ihre Beschäftigung als Park Ranger mit der Produktion von Minimal-Tracks zusammen?

Techno und Natur sind sich näher als man auf den ersten Blick meint. Techno ist eine sehr instinktive und triebhafte Art von Musik. Man tanzt stundenlang zu monotonen Rhythmen. Ich denke das liegt daran, dass die ersten Geräusche die wir im Mutterleib hören, die des schlagendes Herzens unserer Mutter sind. Zudem finde ich, dass das Fließen und Kommen und Gehen man mit Technomusik sehr gut beschreiben kann. Außerdem sind viele Synthesiser die Instrumente sie sich am ehsten nach Tierlauten anhören, man vergleiche zum Beispiel ein Froschkonzert mit einer Roland TB-303.

Wie sind Sie als Naturbursche überhaupt zum Techno gekommen?

Ich wuchs wohlbehütet im Einklang mit der Natur im Westerwald auf. Musik interessierte mich nie, bis ich Anfang der 90er das erste Mal Techno hörte. Ich hatte schon ein gutes Verständnis dafür, wie Prozesse in der Natur ablaufen, aber ich konnte mir nicht erklären wo diese so mystischen Klänge herkamen. Von da an hatte mich das Fieber gepackt diesem Geheimnis auf die Schliche zukommen.

Nervt Sie das viele Reisen, wenn Sie als DJ unterwegs sind? Wie arrangieren Sie sich mit dem ganzen Stress und Lärm, den dieses Leben mit sich bringt?

Es ist zwar im wieder schön diese vielen wunderschönen Orte der Welt zu sehen, so viele interessante Menschen zu treffen und so schöne musikalische Momente zu erleben, doch es schlaucht schon sehr, 2-3 mal die Woche Auftritte zu haben. Deshalb habe ich nun immer ein freies Wochenende im Moment um mehr Zeit mit mir, meiner Freundin, meinen Freunden und dem Produzieren zu verbringen. Die Ruhe und Stille der Natur sind mir auch ein ganz wertvoller Ausgleich.

Seit „Flora und Fauna“, besonders aber „Kreucht & Fleucht“ werden Sie oft als Wegbereiter eines neuen Subgenres von Tech-House und Minimal bezeichnet – Ob man dies nun „Ketamine House“ oder anders nennt. Wie würden Sie selbst Ihren Stil bezeichnen?

Das ist immer eine ganz schwierige Sache, sein eigenes Schaffen einzuorden. Ich denke ich mache einfach moderne elektronische Musik mit Liebe zum Detail und einer Liebe zur Natur.

Wie kommen Ihre Tracks und Remixes zustande? Können Sie etwas über Ihre Arbeitsmethode erzählen? Sie leben ja ziemlich zurückgezogen?

In meinem Studio am Waldrand habe ich viel Ruhe und Muhse um ganz in die Welt der Klänge einzutauchen. Ich versuche bei meinen Produktionen die modernsten Methoden der Computermusik mit der wärme analoger Klangerzeuger zu kombinieren. Eine feste Arbeitsmethode habe ich da keine, es ist wichtig immer wieder zu versuchen neue Wege zu gehen und sich nicht selber zu kopieren.

Zelebrieren Sie eigentlich ihren Aussenseiter-Status bewusst, oder hat der sich einfach so ergeben?

Die Kombination meiner beiden Leidenschaften ist nichts alltägliches. Bewusst zelebrieren tue ich dies aber nicht, ich versuche einfach mir immer treu zu bleiben und das zu tun was ich für richtig halte.

Wie fallen Ihnen eigentlich immer diese schrägen Titel für Ihre Tracks ein?

Da ich in der Natur aufgewachsen bin, mein Vater Naturforscher, ich Biologie studiert habe, als Parkranger gearbeitet habe und Ornithologie mein grosses Hobby ist war es einfach das naheliegenste meine grosse Leidenschaft da mit hineinzubeziehen. Zudem habe ich schon immer eine grosse Vorliebe für einen gewissen Wortwitz à la Heinz Erhardt gehabt.

Zurzeit ist es wieder hip geworden, auf Techno, dieses Mal Minimal, einzuhauen, und dessen Tod zu verkünden. Wie stehen Sie dazu?

Trends kommen und gehen. Es entstehen immer wieder Hypes durch das zusammenspiel vieler Faktoren, aber sterben wird ein neuer Spross der Musik nie. Jede Spielart findet immer Sympathisanten, da jeder Mensch anders ist.