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Pirol

(Oriolus oriolus)


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FSC im Gespräch

„Die Natur ist meine Inspirationsquelle – in meinen Tracks verwende ich Naturgeräusche, wie das Klopfen des Buntspechts oder das Quaken der Rotbauchunke.“

Dominik, deine Tracks haben alle eindrucksvolle Namen, wie z.B. „Der Hecht im Karpfenteich“, „Die Wildschweinsuhle“ oder „Der Buchdrucker“. Die Verbindung von elektronischer Musik und Naturgeräuschen sind dein Markenzeichen. Was steckt dahinter?

Ich wuchs im Einklang mit der Natur auf – Natur, Tiere und Pflanzen waren mein Hobby. Mit etwa 13 Jahren entdeckte ich die elektronische Musik für mich – eine ganz neue Welt, die in völliger Polarität zu meinem sonst naturnahen Leben stand. Ich kaufte mir rasch Synthesizer, um dem Geheimnis auf die Schliche zu kommen, wie aus Strom Töne generiert werden. Ich begann zu studieren und arbeitete in Nationalparks, doch die Musik blieb immer meine große Leidenschaft. Die Natur ist jedoch meine große Inspirationsquelle. Ich versuche, Naturerlebnisse in einem akustischen Bild festzuhalten und verwende deshalb Naturgeräusche, wie das Klopfen des Buntspechts oder das Quaken der Rotbauchunke.

Glaubt man den Medien, könnte man denken, unsere Welt geht den Bach runter. Glaubst du, dass man die Welt retten kann?

Ich glaube, dass es noch nicht zu spät ist und wir mit guten neuen Ansätzen und auch technischen Innovationen viel bewegen könnten. Ich bin jung und natürlich bewegt mich die Frage nach vernünftigen Lebensbedingungen für die Kinder und Enkel. Je eher wir alle verstehen, dass wir handeln müssen, desto schneller wird sich auch etwas ändern. Wir als Verbraucher spielen eine entscheidende Rolle und haben in der Hand, was geschieht – durch die Produkte, die wir kaufen.

Und wie sieht das bei dir konkret aus?

Unterwegs ist es manchmal schwierig, auf Bioprodukte und Co zu achten. Privat versuche ich schon, regionale und saisonale Bioprodukte zu kaufen. Ich bin dagegen, im Winter Erdbeeren oder Kiwis zu kaufen und finde es Quatsch, Wasser aus Frankreich, Norwegen oder den Fiji-Inseln hier her zu schaffen.

Welche Rolle spielt hierbei der FSC?

Mit dem FSC wurde eine sehr ernsthafte Bewegung geschaffen. Solche Organisationen sind daher absolut entscheidend für die Zukunft von uns allen. Nachhaltige Forstwirtschaft spielt eine entscheidende Rolle. Natürliche Prozesse, wie die Sukzession von Ödland zu einem Klimax-Wald, sind mancherorts ein Prozess, der mehrere tausend Jahre dauert. Wir sollten uns bewusst machen, welche Wunden wir mit einem maschinell, innerhalb weniger Tage durchgeführten Kahlschlag der Natur und damit unserem Lebensraum antun.

Wie hast du den FSC kennengelernt?

2009 richteten der FSC Deutschland und ich eine Benefizparty unter dem Motto „Traum-Wald und Hüttenzauber“ für den FSC aus. Der Tanzabend in Freiburg war kein reines Party-Event, sondern ich wollte auch zeigen, wie sich die Freude am Feiern mit Nachhaltigkeit verbinden lässt und sich insbesondere Kinder und Jugendliche für Umweltthemen begeistern lassen. Deswegen gab es vor der Party eine WaldExkursion in den FSC-zertifizierten Stadtwald Freiburgs. Es war eine interessante Abwechslung zu den Gigs, die ich sonst spiele und hat mir großen Spaß gemacht.

Was würdest du dem FSC gerne auf den Weg geben?

Folgendes Gedicht von Hermann Hesse: Wie haben sie dich, Baum, verschnitten Wie stehst du fremd und sonderbar! Wie hast du hundertmal gelitten, Bis nichts in dir als Trotz und Wille war! Ich bin wie du, mit dem verschnittnen, Gequälten Leben brach ich nicht Und tauche täglich aus durchlittnen Rohheiten neu die Stirn ins Licht. Was in mir weich und zart gewesen, Hat mir die Welt zu Tod gehöhnt, Doch unzerstörbar ist mein Wesen, Ich bin zufrieden, bin versöhnt! Geduldig neue Blätter treib ich Aus Ästen hundertmal zerspellt, Und allem Weh zu Trotze bleib ich Verliebt in die verrückte Welt.

Artikel im FSC Magazin