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Frankfurter Rundschau

Naturtalent

Techno-DJ Dominik Eulberg holt sich die Inspiration in Wald und Flur. Von Stephan Loichinger

Mit dem Technomusikproduzenten Dominik Eulberg lässt es sich eine halbe Stunde über sein aktuelles Projekt sprechen, ohne dabei mehr als zwei, drei Mal das Thema Musik zu streifen. Eulberg, groß geworden im grünen Westerwald, bringt außer für elektronische Musik großen Enthusiasmus für Flora und Fauna auf. Er engagiert sich im Naturschutzbund, studierte Biologie, arbeitete als Ranger in Naturparks. Sein Studio hat er in einem Häuschen am Waldrand eingerichtet, seine Alben nennt er "Flora & Fauna", "Kreucht & Fleucht", "Bionik" und "Heimische Gefilde". Auf letzterer montierte er einen Techno-Track allein aus Vogelstimmen. Für das Stück "Der Hecht im Karpfenteich" baute er den Ruf des Eistauchers elektronisch nach.

Für ihn sind Vögel "die größten Musikanten in der Natur". Der Gedanke liegt nahe, dass einer, der von sich sagt, er lese "jeden Abend Naturzeitungen, das Thema liegt mir einfach am Herzen", der Weg- und Einwerfgesellschaft der Techno-Szene den Naturschutz nahe bringen möchte. "Es geht mir nicht um Naturschutz", sagt Eulberg. "Ich finde den Begriff vermessen. Die Natur kann sich selbst schützen. Nachdem vor 65 Millionen Jahren Meteoriten einschlugen, starben 80 Prozent der Arten und war es jahrzehntelang dunkel. Das war der Natur egal, sie hat sich wieder erholt."

Nein, nein, sagt Eulberg, der in diesem Jahr 32 Jahre alt wird, er habe den Menschen im Sinn. "Damit er Vorteil zieht aus der Natur. Die Natur ist das Fantastischste, was es gibt. Sie ist voller Wunder und ganz umsonst vor unserer Haustür." Eulberg schwärmt davon, "wie klar man sieht nach Spaziergängen". Fröhlich rät er, von den Tieren zu lernen: "Tiere haben nie schlechte Laune." Er meint das ernst, weiß aber auch, dass es eine gute Pointe ist.

Dominik Eulbergs Vater, Großvater und Urgroßvater waren Lehrer. Wer langweilt, trifft auf keinen Lerneifer. Daher liegt bei Eulbergs aktuellem Projekt "Vom Big Bang zu Bambi" der Augenmerk neben Wissensvermittlung auf Unterhaltung. Die audiovisuelle Reise durch die Evolution wird ihre Uraufführung beim Mannheimer Jetztmusikfestival erleben, wenige Tage vor dem Groß-Rave "Time Warp". Die Ambient-Musik für die Show hat Eulberg gemeinsam mit Wolfgang Thums produziert, das visuelle Konzept stammt von Dominik Rinnhofer und Götz Gramlich von der Agentur Pxngli. In "Vom Big Bang zu Bambi" will Eulberg unter anderem vorführen, warum Musik in Moll traurig, Musik in Dur aber fröhlich macht. Er präsentiert eine Zahl mit 100 Nullen und gibt Antwort auf die Frage, ob es mehr Sterne im Universum als Sandkörner auf der Erde gibt. Er verknüpft die Mythologie der alten Griechen, die sich das All voller Klangschalen vorstellten, mir der modernen Theorie von den Superstrings, wonach alles, was ist, aus Schwingungen besteht. Und er berichtet von Tieren: von Vögeln natürlich, von Bambi und wie es vom Reh zum Weißwedelhirsch wurde und von der nordamerikanischen Strumpfbandnatter, die giftige Molche frisst und sich dadurch selbst lähmt. Trotzdem, Wunder der Natur, überlebt die Art.

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